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RSSPrint

Peter-Paul-Kirche, Senftenberg

Innensanierung der Peter-Paul-Kirche in Senftenberg

Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an und in der Peter-Paul-Kirche in Senftenberg umfassten die Fassade des Turmsockels und den Innenraum des Kirchenschiffes einschließlich der Bleiglasfenster.

Mit der Sanierung wurde im Mai 2012 begonnen, die Wiedereinweihung des Kirchenschiffes mit allen Gemeindemitgliedern und Gästen konnte am 02.12.2012 gefeiert werden. Die Arbeiten im Bereich der Sakristei und an der Orgel wurden im Frühjahr 2013 abgeschlossen.

 

Die Evangelische Kirche wurde in der heutigen Form im späten 15. Jh. errichtet, eine barocke Überformung erfolgte mit den Wiederaufbauten nach Stadtbränden und Brandschäden der Jahre 1661 und 1671. Im Jahre 1891/1892 erfolgte eine umfassende Sanierung des Turmes und des Kirchenschiffes im neugotischen Stil. Im April 1945 wurden die Kirche und der Turm zerstört wobei die Zellengewölbe des Kirchenschiffes erhalten blieben.

Für die Turmsanierung wurde der Turm bis zu einer Höhe von ca. 18 m eingerüstet. Die schadhaften Ziegel der Turmfassade wurden ausgestemmt und durch handgestrichene Ziegel ersetzt. Um die Gefahr von gelockerten und herabfallenden Ziegelsteinen von den Ziegelschrägen aus den beiden unteren Turmgeschossen dauerhaft entgegenzuwirken, wurde auf den Schrägen eine Abdeckung aus Blei aufgebracht.

Im Kirchenschiff wurde die Bleiverglasung aus den Jahren 1954 bis 1956 vollständig überarbeitet. Die gesamten Glastafeln wurden ausgebaut und in der Werkstatt fachgerecht gereinigt. Fehlende Butzenscheiben oder Gläser wurden ersetzt, das Halte- und Befestigungssystem wurde gereinigt und mit Korrosionsschutz versehen, Windeisen wurden erneuert und die Fensteranschlüsse neu hergestellt. Die unteren Bleiglastafeln erhielten Wasserkästen, welche das Kondenswasser über kleine Kupferrohre nach außen leiten.

Für die Innensanierung wurde in dem kompletten Innenraum eine Raumrüstung errichtet. Dazu wurden sämtliche Bänke demontiert, sowie der Altar abgebaut. Die gesamten Putzflächen der Wände, Säulen und am Zellengewölbe wurden gereinigt, Risse verpresst und lose Putzflächen erneuert. Im Sockelbereich wurde ein offenporiger Putz aufgebracht, der ein Ausdiffundieren der Feuchtigkeit weiterhin ermöglicht. Der gesamte Kirchenraum wurde mit Kalkfarbe gestrichen. Die Kirchenbänke und Holzpodeste wurden aufgearbeitet und farblich neu gefasst.

Die Orgel wurde vor der Sanierung komplett demontiert und während der Innensanierungsarbeiten in der Werkstatt aufgearbeitet.

Die komplette Elektroinstallation einschließlich der Lautsprecheranlage wurde erneuert. Nur die vorhandene Bankheizung im Kirchenschiff konnte verbleiben. Unter die Bänke des Seitenschiffes wurde eine neue Bankheizung (Bankstrahler) installiert. Die vorhandene Beleuchtungsanlage wurde durch neue Leuchten ersetzt, die an den Säulen befestigt und sowohl das Kirchenschiff wie auch das Gewölbe ausleuchten.

Aufgrund der Notwendigkeit, die komplette Elektroanlage zu erneuern, mussten für die Verlegung der neuen Elektrokabel große Bereiche der Bodenplatten aufgenommen werden. Nach der Wiederverlegung wurden alle Ziegelplatten des Kirchenschiffes mit einer leicht bindigen Sand-Lehm-Kalk-Mischung neu verfugt, um ein „Aussaugen“ der Fugen bei der Reinigung zu verhindern.

Nach dem restauratorischen Freilegen von Wand-, Fußboden- und Gewölbeflächen der Sakristei wurden viele historische Befunde sichtbar, die eine Änderung der Zugangssituation, sowie der Oberflächen und Installationen bewirkten. Die Arbeiten in der Sakristei wurden nach dem Anlegen von Probeachsen, sowie der Sandsteinreparatur des Portals weitergeführt.

Bauausführung: 2012 - 2013

Text und Fotografien: Architekturbüro Berger & Fiedler - Foto Nr.1, 6, 8 Gabriele Philipp

Ansprechpartnerin im Kirchlichen Bauamt: Sabine Gärtner

Letzte Änderung am: 17.08.2015